Für eine solidarische Gesellschaft

Demonstration des haekelclub590

Für den 9.02. ruft das antifaschistische Jugendbündnis haekelclub590 zu einer Demonstration unter dem Titel “Für eine solidarische Gesellschaft” auf. Los geht es um 18:00 am Hammer Hauptbahnhof. “Wir beobachten mit Sorge die Entwicklungen sogenannter Bürgerbewegungen wie PEGIDA oder HOGESA” stellen die Akteure des haekelclub590 klar. “Deshalb wollen wir für eine offene und tolerante Gesellschaft auf die Straße gehen”. Unterstützung erhält der haekelclub590 von den Jugendlichen ohne Grenzen, einem selbstorganisierten Zusammenschluss von Flüchtlingen, sowie der feministischen Gruppe ultraviolett*. “Wir fordern alle Menschen in Hamm auf, geschlossen auf die Straße zu kommen und Ausgrenzung und Unterdrückung eine klare Absage zu erteilen!”

Zum Hintergrund:

Seit mehreren Wochen erhält die rassistische “Pegida”-Bewegung vor allem in Dresden, aber auch in ganz Deutschland, mehr und mehr Zuspruch. “Dem ausgrenzenden Gedankengut des selbsternannten Volkes und der alltäglichen Hetze gegen Muslime und Asylsuchende setzen wir das Modell einer solidarischen Gesellschaft entgegen.”

In NRW gab es bereits die Protestaktionen der HOGESA, die randalierend durch Köln zogen. Und es gibt bereits mit DÜGIDA eine Adaption der Dresdener Bewegung in Düsseldorf. Angemeldet werden die sogenannten Spaziergänge von rechten Kadern. Dabei versammeln sich Mitglieder von ProNRW, NPD und der Partei “Die Rechte”. Auf Facebook gibt es seit neustem wieder eine Seite unter dem Titel HAMMGIDA. Es steht zu vermuten, dass hinter der Seite die Neonazipartei “Die Rechte” steckt. So bewirbt sie die Seite mit ihren Accounts und auch der Sprechduktus erinnert stark an “Die Rechte”. Auch für HOGESA übte sich die Partei in Unterstützung. “In diesen neuen rassistischen Bewegungen sehen Neonazis ein willkommenes Betätigungsfeld, in dem sie ihre rechten Parolen in die angebliche Mitte der Gesellschaft tragen” warnt der haekelclub590.

Demonstration und Blockaden gegen Naziaufmarsch

Bis zu 1000 Menschen waren heute in Hamm gegen Neonazis auf der Straße. Mehrere Blockaden wurden von der Polizei geräumt, um den Neonazis den Weg frei zu machen.

Um 12:00 begann der Tag mit einer Blockade des Hauptbahnhofs in Hamm. Antifaschist_innen aus Hamm hatten bereits im Vorfeld zu Blockaden aufgerufen. Etwa 200 Menschen entschieden sich dazu, im Tunnel des Hauptbahnhofs den Durchgang zum Westausgang zu blockieren, wo die Neonazis sich treffen wollten. Die Polizei erwies sich hier einmal mehr als Garant für den reibungslosen Ablauf von rechten Versammlungen und räumte die Blockaden, um den Neonazis den Weg frei zu machen

An der Demo des antifaschistischen Jugendbündnis “Haekelclub590”, die parallel zum Aufmarsch der Neonazis stattfand, nahmen im Laufe des Nachmittags etwa 1000 Menschen aus Hamm und der Region teil. Die Demonstration konnte an mehreren Stellen in direkte Nähe der Neonazis gelangen und ihren Protest deutlich machen.

Die Veranstaltung der Hammer Neonazis nahm sich dagegen schwach aus. Organisiert von “Die Rechte Hamm”, Nachfolger der verbotenen “Kameradschaft Hamm”, fanden sich knapp 150 Rechte ein, die unter dem Motto “Wir sind das Volk” durch den Hammer Norden marschierten. Unterstützt wurden sie dabei Maßgeblich von ihren Kameraden aus Dortmund. Aktivisten der ebenfalls verbotenen Kameradschaft “Nationaler Widerstand Dortmund” (jetzt “Die Rechte Dortmund”) stellten den Lautsprecherwagen zur Verfügung und versuchten sich mit ihrem Facebookprofil in der Liveberichterstattung.

Das die Neonazis ihren Auftritt als Erfolg feiern, verwundert nicht weiter, dort wähnt man sich seit Jahren kurz vor der Nationalen Revolution. Das die Antifaschist_innen fünf mal mehr Menschen auf die Straße bringen ficht diese Vertreter des Volks nicht an.

Beachtenswert ist für Hamm aber vor allem, dass es seit Jahren zum ersten Mal gelungen ist, über eine Gegendemo hinaus Aktionen gegen die Neonazis zu organisieren. Es bleibt zu hoffen, dass die Blockaden richtungsweisend für die Aktionen gegen den zu erwartenden Aufmarsch der Neonazis im nächsten Jahr werden.

News #5 – Überblickskarte und Anreiseempfehlungen

Karte 3.OktoberHier eine Überblickskarte für den 3.Oktober in Hamm.

Nummer des EA:                    015784739184                         Nummer des Infotelefons: 015784739339

beide Nummern sind ab 11Uhr erreichbar.

Weiterhin möchten wir euch diese Anreiseempfehlungen vorschlagen, um sicher zur Demonstration zu kommen.

stay tuned!

News #4 – Mobilisierung #4

Am letzten Mittwoch und am heutigen Sonntag verteilten wir als haekelclub 590 im Hammer Norden circa 2000 Flyer. In dem Flyer riefen wir alle Anwohner*innen in den Gebieten rund um den Großen Sandweg, Bockumer Weg und Nordenstiftsweg dazu auf, sich aktiv gegen die Nazi-Demo zu stellen und sich unserer Demonstration am 3.10 um 12:00 anzuschließen. Unsere Viertelarbeit wird weitergehen. Damit zeigen wir, das wir die Anwohnenden im Viertel nicht allein lassen. Denn eins ist klar: Der Hammer Norden hat Keinen Bock auf Nazis! Wir hoffen außerdem, dass unser Vorschlag, mit lauter Musik und Plakaten den am 3. Oktober marschierenden Nazis im Viertel zu zeigen, dass sie nicht willkommen sind, von vielen Menschen umgesetzt wird.

News #3 – Mobilisierung #3 – Informationsveranstaltung über rechte Strukturen in Hamm

Am kommenden Mittwoch, den 1.10.2014, lädt der haekelclub590 alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung über rechte Strukturen in Hamm ein. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 in der Jugendkirche Hamm im Martin-Luther-Viertel. Nach der Begrüßung durch die Pfarrerin und einem Vortrag der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Arnsberg über deren Arbeit, wird ein Referent des haekelclub590, neben Informationen zu organisierten Rechten Strukturen in Hamm, auch rechte Einstellungsmuster innerhalb der Gesellschaft in den Blick nehmen. Abschließend stellen die Akteure ihre Planungen für die Gegendemonstration am 3.10.2014 vor und laden alle Anwesenden zu einem gemeinsamen Gespräch ein.

Die Veranstaltenden erklären hiermit, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen. Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, ist der Zutritt verwehrt. Sie sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.

PM: Demonstration des haekelclub590 startet am 3.10 um 12:00 am Hauptbahnhof

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Für den 3.Oktober ruft der haekelcub590, Hamms antifaschistisches Jugendbündnis, zur Demonstration „Entschlossen gegen rechtes Gedankengut – Vom Stadtrat bis zum Stammtisch“ auf. Treffpunkt ist um 12:00 am Willy-Brandt-Platz vor dem Hammer Hauptbahnhof. „Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr viel Unterstützung innerhalb der Stadtgesellschaft bekommen“ verweisen die Akteure des haekelclub590 auf eine breite Unterstützungsliste . So unterstützen in diesem Jahr wieder viele Parteien, der DGB Hamm, die Arnold-Freymuth-Gesellschaft und weitere das antifaschistische Jugendbündnis. „Der Rückhalt zeigt sich in der Breite der Gesellschaft – von den Flüchtlingen bei Jugendliche ohne Grenzen, über den evangelischen Kirchenkreis Hamm bis hin zu neuen Gruppen des Stadtrats wie den Piraten aus Hamm“ wissen die Akteure die Unterstützung zu schätzen.

Dabei tragen alle den gemeinsamen Konsens mit: „Wir wollen unseren Protest wie in den vergangenen Jahren wieder friedlich in Sicht- und Hörweite der Nazis durchführen“. Nach dem ersten Kooperationsgespräch mit der Polizei am vergangenen Montag ist das auch genehmigt. „ Kreativ und laut, vielfältig und ebenso entschlossen zeigen, dass wir keinen Bock auf Nazis in Hamm haben“ so fasst der haekelclub590 die Auffassung zusammen. Wie in den letzten Jahren wird auch weiterhin um die Unterstützung aller demokratischen Kräfte gebeten, „Mögen sich auch in anderen Bereichen unsere Ansichten unterscheiden, wir müssen zusammen aufstehen gegen Nazis!“

Dabei zeigt sich der Haekelclub590 weiter besorgt über die aktuelle Lage in Hamm. „Innerhalb von wenigen Monaten ermittelt der Staatsschutz wegen Brandstiftung in Häusern der Waldenburger Str. und an der Wilhelmstraße, weil ein fremdenfeindlicher Hintergrund nicht auszuschließen ist“ verweist er auf antiziganistische Stimmungen in der Gesellschaft. Es sei deshalb ganz besonders wichtig, nicht nur ein Zeichen gegen die organisierte Neonazipartei „Die Rechte“, sondern auch den Rassismus innerhalb der Gesellschaft zu thematisieren. „Ob am Stammtisch oder im Stadtrat – Hamm hat keinen Platz für Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit“ hält der haekelclub590 fest.

Aufrufene Gruppe:
haekelclub590

Unterstützer_innen:
ADGH Hamm / Antifaschistische Aktion Hamm / Antifaschistische Initiative Hamm / Arnold-Freymuth-Gesellschaft Hamm / BezirksschülerInnenvertretung Hamm / Evangelischer Kirchenkreis Hamm / Evangelische Freikirchliche Gemeinde Bismarckstr. / Die Grünen Hamm
Die Linke Hamm / DGB Hamm / FUgE Hamm / Grüne Jugend Hamm / Jugendliche ohne Grenzen / Jusos Hamm / Linksjugend [’solid] Hamm / Piraten Partei Hamm / SJD – Die Falken Hamm / HammSPD

News #2 – Mobilisierung #2

Am letzten Freitag wurde die erste Mobi-Veranstaltung, mit rund 60 BesucherInnen, in Münster durchgeführt. Neue Termine für weitere Veranstaltungen findet ihr hier. Die genauen Veranstaltungsorte werden noch bekannt gegeben.                                                 Die letzten Bestellungen für Mobimaterial sind auf dem Weg.

+++ Weiterhin fand am vergangenen Montag das erste Koop Gespräch statt. Mehr dazu zeitnah. +++

 

Vom Stadtrat bis zum Stammtisch – Entschlossen gegen rechtes Gedankengut

Am 3.10 auf die Straße gegen Rechts!

Am 3.10 wollen wieder Nazis in Hamm aufmarschieren – doch wie in den letzten Jahren auch, stellt sich Ihnen ein breites Bündnis entgegen. Der haekelclub590 ruft für den 3.10 zu einer Gegendemonstration durch das Hammer Stadtgebiet auf. Unter dem Titel “Entschlossen gegen rechtes Gedankengut – vom Stadtrat bis zum Stammtisch” soll es wieder gemeinsam gegen den rechten Aufmarsch auf die Straße gehen. “Wir haben in den letzten Jahren gesehen, wie engagiert sich die Hammer Zivilgesellschaft an den Protesten beteiligt” freuen sich die Akteure vom haekelcub über die gelungenen Aktionen der letzten Jahre gemeinsam mit dem Runden Tisch in Hamm und hoffen, diese fortzuführen. “Wir müssen auch in diesem Jahr wieder alle gemeinsam auf die Straße” verweisen sie darauf, dass die verbotene Kameradschaft Hamm mittlerweile getarnt als sogenannte Partei “Die Rechte” in Stadtrat und in der Bezirksvertretung Herringen sitzt. “Die Nazis sind angekommen in der Mitte – und durch Aufwandsentschädigung erhalten sie nun auch noch Geld für ihre menschenverachtende Ideologie” rechnet der haekelcub vor: Allein für die kommende Legislatur fließen Gelder in Höhe von über 42000 Euro an die Kader der Partei.

“Dabei lässt das lang versprochene städtische Handlungskonzept gegen Rechts auf sich warten” mahnen die Akteure und fordern ein entschlosseneres Handeln gegen Rechts. “Im Februar 2013 haben wir ein schlüssiges Handlungskonzept vorgelegt – mit Handlungsempfehlungen von einer Koordinierungsstelle gegen Rechts bis hin zu einer Infobroschüre” – geschehen sei seither nichts. Gerade durch die veränderte Situation durch das Kommunalwahlergebnis sieht der haekelclub590 die Stadtregierung in der Pflicht. “Weder über Stand der Entwicklungen, oder ersten Ergebnissen in Form eines Zwischenberichts der Analyse, werden die Akteure gegen Rechts in Hamm informiert” stellt er fest.

Dabei hat der haekelclub seine Arbeit unentwegt fortgesetzt: Als es im Zuge der Kommunalwahl zu Übergriffen an der Friedensschule kam, war es der haekelclub, der aus der besorgten Schülerschaft heraus angesprochen wurde und Aufklärungsvorträge für die Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 hielt. Zudem zeigte der haekelclub die Ausstellung “Das Versteckspiel” in zwei Hammer Schulen, bot begleitend Führungen an. Auch die Vortragsreihe “Mechanismen der Ausgrenzung”, gefördert durch das EU-Projekt “Jugend in Aktion”, in dem mit Vorträgen menschenverachtende Ideologien aufgearbeitet wurden, wertet der haekelclub als Erfolg. “Auf ein Handlungskonzept der Stadt müssen wir nicht warten” halten die Akteure fest.

Auch deshalb fordert der haekelclub590 alle Menschen in Hamm auf, am 3.10 wieder mit zu demonstrieren: “Alle gemeinsam auf die Straße – entschlossen gegen rechtes Gedankengut. Wenn es niemand anderes macht, dann müssen wir es eben zusammen schaffen”

Kurzaufruf zur Demonstration des haekelclub590

Entschlossen gegen rechtes Gedankengut – Vom Stadtrat bis zum Stammtisch

In der Tradition der verbotenen Neonazi-Kameradschaft Hamm, meldete deren Nachfolgeorganisation, die sogenannte Partei „Die Rechte“ einen Aufmarsch am 3.10 in Hamm an. Der haekelclub590 ruft zum 3.10 zu einer Gegendemonstration unter dem Titel: Entschlossen gegen rechtes Gedankengut – Vom Stadtrat bis zum Stammtisch“ auf.

Nach der Kommunalwahl im Mai dieses Jahres, ist es der sogenannten Partei „Die Rechte“ gelungen, einen Sitz im Stadtrat und einen Sitz in der Bezirksvertretung Herringen zu erringen. Die Mitglieder sind in der Vergangenheit immer wieder durch Gewalttaten und Einschüchterungsversuche aufgefallen, wie zuletzt die Übergriffe auf Schüler der Friedensschule während des Kommunalwahlkampf zeigten. Das sich die Gewaltbereitschaft der Partei nicht nur auf den Hammer Kreisverband beschränkt, verdeutlicht auch der Angriff auf das Dortmunder Rathaus am 25. Mai. Als Mitglieder der Stadträte in Dortmund und Hamm versuchen sie nicht nur auf die lokale Politik Einfluss zu nehmen, sondern beziehen durch die Mandatsentschädigung in Hamm über 600 Euro monatlich vom Staat, die direkt in rechte Strukturen fließen und deren Ausbau dienen.

Gleichzeitig macht es die Mitgliedschaft in den Stadträten noch schwieriger den Parteienstatus abzuerkennen. Es zeigt sich, dass die staatliche Verbotspolitik gescheitert ist. Dieselben Kader, die in Hamm an der Gründung der Kameradschaft beteiligt waren, sitzen nun in der politischen Vertretung der Stadt.
Das Wahlergebnis zeigt allerdings auch, das rechtes Gedankengut nicht nur bei organisierten Nazis zu finden ist, sondern bis tief in die Gesellschaft hinein reicht. Zwar war es die niedrige Wahlbeteiligung, die dafür sorgte, dass die Nazis in Hamm mit knapp über 650 Stimmen in den Stadtrat einzogen. Trotzdem ist es alarmierend, das es in der Stadtgesellschaft in Hamm genügend Menschen finden, die einer neonazistischen „Partei“ ihre Stimme geben. Auch das Wahlergebnis in Herringen, wo über 200 Menschen die Partei in die Bezirksvertretung trugen und es im vor hinein zu rassistischen Aufheizungen um die Waldenburger Str. kam, verdeutlicht einmal mehr: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ist kein Problem imaginierter Ränder der Gesellschaft, sondern ein verbindendes Einstellungsmuster, das in der Mitte wurzelt.
Der Haekelclub 590 ruft deshalb dazu auf am 3. Oktober auf die Straße zu gehen, um diese Entwicklungen nicht unkommentiert zu lassen. Gegen rechte Strukturen in Hamm und anderswo. Gegen die strukturellen Rassismen in der Gesellschaft. Gegen rechte Einstellung überall: auf die Straße – entschlossen gegen rechtes Gedankengut. Vom Stadtrat bis zum Stammtisch!